top of page

Über Sinn und Unsinn von Fassadendämmung

6. Sept. 2025
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Okt.




Die Wärmedämmung von Fassaden gerät immer stärker in Kritik. Dabei werden stets die gleichen Argumente und Vorurteile aufgeführt. Wir zeigen Ihnen Pro und Contra auf:


Eine Dämmung unterdrückt das Atmen der Außenwände

Tatsache ist: Gebäude oder vielmehr Mauern atmen nicht! Vielmehr ist es Fakt, dass bei unsanierten Gebäuden ein Luftaustausch überwiegend unkontrolliert über Fugen an Fenstern und Türen geschieht. Dieser Luftaustausch hat jedoch dennoch keine nennenswerte Raumluftverbesserung zur Folge, sondern treibt durch Wärmeverluste die Heizkosten in die Höhe. Richtig ist, dass gerade bei älteren Gebäuden eine Dämmung das Diffundieren aufsteigender Feuchtigkeit verhindert, was zu Schimmel im Inneren führen kann, da die Feuchtigkeit dann nicht nach außen weichen kann und sie sich den Weg stattdessen nach innen sucht.


Dämmen kann Schimmel begünstigen

Bei näherer Betrachtung ist exakt das Gegenteil der Fall. Das Dämmen von Fassaden ist ein probates Mittel, um dem Schimmelrisiko dauerhaft Herr zu werden. Mit einem professionellen Dämmschutz kann das Auskühlen von Gebäuden wirksam unterbunden werden. Jedoch gibt es auch nach dem Dämmen ein Restrisiko für Schimmel. Meist ist dies dann entweder durch eine unsachgemäße Ausführung der Dämmung (z.B. Wärmebrücke) oder aber durch mangelhaftes Lüftungsverhalten bedingt.


Erhöhte Brandgefahr durch Wärmedämmung

Wie alle anderen Baustoffe unterliegen auch Dämmstoffe der Bauaufsicht und müssen mindestens als „schwer entflammbar" klassifiziert sein. Natürlich gelten auch die anderen Brandschutzvorschriften. So sind beispielsweise über Fenstern und Türen sogenannte Brandriegel, das sind Barrieren aus nicht brennbaren Stoffen, Vorschrift. Eigenheimbesitzer, die ihre Immobilie zwar gerne dämmen wollen, jedoch das Brandrisiko nicht eingehen möchten, sollten am besten auf nicht brennbare Dämmmaterialien, beispielsweise Mineralwolle, ausweichen.


Dämmmaterial ist gesundheitsgefährdend

Mit den richtigen Produkten und Materialien und bei korrekter Lagerung und Verarbeitung und Nutzung sind von der Dämmung im eingebauten Zustand keine Gesundheitsgefahren zu erwarten. Dasselbe gilt für die Verarbeitung, wenn man sich an die Arbeitsschutzrichtlinien hält.


Negative Energiebilanz bei der Dämmstoffherstellung

Um zu ermitteln, ob die Herstellung eines Dämmstoffs mehr Energie verschlingt als spart, wird die Energiemenge, die für die Produktion eingesetzt wird, der Energiemenge gegenübergestellt, die der Dämmstoff später aufgrund seiner wärmedämmenden Wirkung einsparen wird. Die energetische Amortisationszeit einer Dämmung ist unter anderem abhängig von der Dicke und der Art der Dämmstoffe. Berechnungen haben ergeben, dass sich eine Dämmung im Schnitt in nicht einmal 2 Jahren von der Energiebilanz (nicht unbedingt ökonomisch!) her rechnet und deshalb effektiv ist.


Algen verfärben gedämmte Fassaden

Algenbewuchs kann so manche gedämmte Fassade unschön verunreinigen. Hier handelt es sich – anders als bei Schimmel in den Innenräumen – aber um ein optisches und nicht um ein gesundheitsgefährdendes Problem. Dadurch dass der Deckputz gedämmter Fassaden länger feucht bleibt als bei ungedämmten Außenwänden, kann es zu Algenbewuchs kommen. Durch stärkere Putzschichten, auch Dickputze genannt, die gerade nachts nicht so schnell auskühlen, kann der Algenbewuchs eingedämmt werden. Die Verwendung reiner Kalkputze, die alkalisch sind und so das Wachstum von Algen stören, ist eine weitere gute Möglichkeit, der Verunreinigung durch Algen wirksam zu begegnen.



Dicke Wände brauchen keine Dämmung

Leider ist es ein Irrtum, zu glauben, dass starke Außenwände alter Immobilien ausreichend dämmen und wenig Wärme verlieren. Mauern, die 60 Zentimeter und stärker sind, können zwar Wärme sehr gut speichern, können diese Wärme aber auch genauso gut wieder abgeben. Die hohe Speicherkapazität dieser Wände verlangsamt lediglich die Aufheiz- und Abkühlphasen.


Wärmedämmung rechnet sich nicht

Es hängt maßgeblich davon ab, welche Parameter der Wirtschaftlichkeitsrechnung zugrunde gelegt werden, um herauszufinden, ob sich eine Fassadendämmung wirklich rentiert. Wurden etwa die Kosten, die für die Instandhaltung bzw. Renovierung der Fassade ohnehin angefallen wären, berücksichtigt? Nicht zu vergessen die zu erwartende Lebensdauer der neuen Dämmung, die Entwicklung der Brennstoffpreise, die Zinsentwicklungen der Folgejahre, mögliche staatliche Förderungen sowie eine realistische Prognose für die Einsparung bei den Heizkosten. Um sicherzugehen, beauftragen Sie am besten einen Energieberater und lassen Sie sich die ökonomische Bilanz von einem Experten ausrechnen. Bitte bedenken Sie auch, dass eine energetische Sanierung den Wert Ihrer Immobilie erhöht.


Fassadendämmungen verunstalten Gebäude

Viele Quadratmeter ansprechender Fassaden können hinter einer Dämmung verschwinden. Es gibt genügend gestalterisch missglückte Sanierungsbeispiele. Bei aller nachvollziehbaren Kritik sollte man aber auch berücksichtigen, dass es auch umgekehrt viele ungedämmte Fassaden gibt, die gestalterisch wenig attraktiv sind. Die Frage einer attraktiven Fassade ist also nicht allein eine Frage der Dämmung, sondern eher eine Frage von guter Architektur, der richtigen Beratung und des adäquaten Umgangs mit unterschiedlichen Materialien. Eine Vielzahl gelungener Fassadensanierungen zeigen dies ebenso eindrucksvoll.


Wenn Sie vorhaben, Ihre Fassade zu sanieren, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie unabhängig und finden für Sie die beste Lösung.



 
 
bottom of page