Wie sich der Malerberuf in den letzten 25 Jahren gewandelt hat
Aktualisiert: vor 2 Tagen

Das Malerhandwerk gehört zu den ältesten Handwerksberufen überhaupt – und doch ist es ein Beruf, der sich ständig verändert. In den letzten 25 Jahren hat sich im Malerberuf mehr getan, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Neue Materialien, moderne Maschinen, innovative Techniken und die zunehmende Digitalisierung haben unseren Arbeitsalltag nachhaltig geprägt.
Wir blicken zurück auf ein Vierteljahrhundert voller Wandel – und zeigen, wie sich unser Beruf entwickelt hat und warum er spannender ist denn je.
Materialien: Von klassisch zu nachhaltig
Vor 25 Jahren dominierte im Malerhandwerk noch eine eher überschaubare Auswahl an Materialien. Dispersionsfarben, klassische Tapeten und konventionelle Lacke bestimmten den Markt. Heute ist das Spektrum ungleich breiter – und vor allem nachhaltiger.
Umweltfreundliche Farben: Immer mehr Kunden wünschen sich emissionsarme, lösemittelfreie und geruchsneutrale Anstriche. Das Angebot an ökologischen Produkten ist enorm gewachsen.
Mineralische Materialien: Kalk- und Silikatfarben, Lehmputze oder andere mineralische Beschichtungen erleben ein starkes Comeback – nicht nur wegen ihrer Natürlichkeit, sondern auch wegen ihrer positiven Wirkung auf das Raumklima.
Innovative Lacke und Lasuren: Wasserbasierte Systeme haben weitgehend lösemittelhaltige Produkte abgelöst. Sie sind gesünder für Anwender und Kunden, ohne an Qualität einzubüßen.
Der Trend geht klar zu nachhaltigen und langlebigen Materialien, die nicht nur optisch überzeugen, sondern auch Verantwortung für Umwelt und Gesundheit übernehmen.
Maschinen und Werkzeuge: Die Arbeit wird effizienter
Ein großer Wandel zeigt sich auch in den Arbeitsmitteln. Vor 25 Jahren war vieles reine Handarbeit. Heute stehen uns leistungsstarke Maschinen und Geräte zur Verfügung, die die Arbeit erleichtern und zugleich präziser machen:
Airless-Spritzgeräte ermöglichen schnelle, gleichmäßige Anstriche auf großen Flächen.
Schleifmaschinen mit Absaugung sorgen für staubarmes Arbeiten – ein Gewinn für Gesundheit und Baustellenhygiene.
Mischanlagen und computergesteuerte Farbtonsysteme garantieren exakte Farbergebnisse und grenzenlose Vielfalt.
Digitale Messgeräte (z. B. für Feuchtigkeit oder Schichtdicke) erhöhen die Qualitätssicherung.
Durch diese Technik hat sich der Beruf in vielen Bereichen professionalisiert. Arbeitsschritte sind effizienter geworden, und gleichzeitig ist die Präzision deutlich gestiegen.
Techniken, die verschwunden sind – und neue, die entstanden sind
Manche handwerklichen Methoden haben in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Aufwändige Tapetenmuster, Bordüren oder bestimmte dekorative Techniken, die in den 90er-Jahren noch gefragt waren, spielen heute kaum noch eine Rolle. Auch klassische Raufasertapeten werden seltener nachgefragt – glatte Wände mit hochwertigen Anstrichen oder Designputzen sind aktuell beliebter.
Gleichzeitig haben sich neue Techniken etabliert:
Moderne Spachtel- und Lasurtechniken für edle Oberflächen.
Fugenlose Boden- und Wandgestaltungen im Bad- oder Wohnbereich.
Individuelle Akzentwände mit Beton- oder Rostoptik.
Trockenbau als erweiterter Leistungsbereich: Leichte Wände, abgehängte Decken, Integration von Akustikelementen.
Diese Entwicklung zeigt: Der Malerberuf ist dynamisch und passt sich immer wieder an Trends und Anforderungen an.
Trockenbau und Putz: ein wachsender Bereich
Vor 25 Jahren lag der Fokus vieler Malerbetriebe fast ausschließlich auf klassischen Malerarbeiten. Heute gehört Trockenbau zu den festen Bestandteilen vieler Betriebe. Ob neue Raumaufteilungen, abgehängte Decken oder Akustiklösungen – die Verbindung von Malerhandwerk und Trockenbau schafft mehr Flexibilität und Komplettlösungen aus einer Hand.
Auch Putzarbeiten sind vielfältiger geworden. Neben dem klassischen Kalk- oder Zementputz setzen wir verstärkt auf dekorative Putztechniken, die moderne Oberflächen mit Charakter schaffen.
Weniger Tapeten, mehr Vielfalt
Während in den 90er-Jahren fast jeder Raum mit Tapeten gestaltet wurde, ist der Trend heute differenzierter. Tapeten gibt es zwar noch immer – und sie erleben sogar im Bereich der Design- und Fototapeten eine Renaissance –, doch insgesamt sind sie weniger dominant. Stattdessen greifen Kunden häufiger zu glatten Wandflächen mit edlen Anstrichen, Spachteltechniken oder dekorativen Putzen.
Nachhaltigkeit als Leitgedanke
Die Bedeutung von Nachhaltigkeit hat in den letzten 25 Jahren enorm zugenommen. Heute achten wir auf:
Nachhaltige Materialien mit Umweltzertifikaten
Langlebige Beschichtungen, die seltener renoviert werden müssen
Wärmedämm-Verbundsysteme, die Energie sparen und Gebäude fit für die Zukunft machen
Dieser Trend wird sich weiter verstärken – und macht das Malerhandwerk zu einem wichtigen Partner im Klimaschutz.
Digitalisierung im Malerhandwerk
Neben Materialien und Techniken hat auch die Digitalisierung den Beruf grundlegend verändert:
Digitale Farbtonfächer und Apps erleichtern Kunden die Auswahl.
3D-Visualisierungen machen Gestaltungsvorschläge sichtbar, bevor der erste Pinselstrich erfolgt.
Digitale Auftragsabwicklung: Von der Angebotserstellung über die Planung bis zur Rechnungsstellung läuft heute vieles papierlos und effizient.
Kommunikation mit Kunden und Architekten erfolgt per E-Mail, Video-Call oder Projektsoftware.
All das spart Zeit, verbessert die Transparenz und macht den gesamten Ablauf professioneller.
Neue Anforderungen an den Malerberuf
Mit den Veränderungen sind auch die Anforderungen gestiegen. Ein moderner Maler muss nicht nur handwerklich stark sein, sondern auch:
Berater in Sachen Design, Funktion und Nachhaltigkeit,
Kenner neuer Technologien,
Koordinator im Zusammenspiel mit anderen Gewerken,
Fachmann für energetische Sanierung.
Das macht den Beruf anspruchsvoller, aber auch spannender und zukunftssicher.
Fazit – ein Beruf im Wandel, aber mit Zukunft
Der Blick zurück zeigt: Der Malerberuf hat sich in den letzten 25 Jahren enorm weiterentwickelt. Aus einem eher klassischen Handwerk ist ein moderner, vielseitiger Beruf geworden, der Kreativität, Technik, Nachhaltigkeit und Digitalisierung verbindet.
Wir sind überzeugt: Diese Entwicklung macht unseren Beruf so attraktiv wie nie zuvor. Denn egal, wie sich Materialien, Maschinen oder Techniken verändern – das Herzstück bleibt bestehen: Menschen mit Farben, Formen und Gestaltung glücklich zu machen und Werte für die Zukunft zu schaffen.


